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Was Matter wirklich für die Elektrobranche bedeutet

Deine KNX-Installation wird nicht überflüssig. Die Bedienoberfläche verändert sich.

Saara 3 Min. Lesezeit
An electrician at an open KNX distribution board in a modern living space, holding a smartphone showing the smart-home app
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Wenn du mit KNX arbeitest, hast du die Frage wahrscheinlich schon gehört:

Wird Matter KNX ersetzen?

Das ist eine berechtigte Frage. Matter ist plötzlich überall: Apple Home, Google Home, Alexa, SmartThings, Home Assistant und eine ständig wachsende Zahl vernetzter Geräte.

Es gibt aber eine bessere Sichtweise. Matter ersetzt nicht das Gebäude. Es verändert, wie Menschen mit ihm umgehen. Denk daran, was passiert, wenn du eine KNX-Installation fertigstellst. Du hast ein ausgereiftes, zuverlässiges System gebaut, das Licht, Storen, Heizung und weitere Funktionen steuert. Aber die Bewohner denken nicht an KNX.

Sie denken:

Mach das Licht aus.
Fahr die Storen runter.
Siri, ich gehe schlafen.

Sie wollen es aus der App tun, die sie ohnehin nutzen. Oder einfach, indem sie es aussprechen. Und genau hier wird Matter interessant.

Die Infrastruktur bleibt. Das Erlebnis wird besser.

KNX ist ein professionelles System für die Gebäudeautomation. Matter ist ein Interoperabilitätsstandard, der Smart-Home-Geräte und -Ökosysteme miteinander verbindet. Die beiden lösen unterschiedliche Probleme. Die Frage muss also nicht lauten:

KNX oder Matter?

Sie arbeiten zusammen: «KNX + Matter».

Eine Matter-Bridge verbindet eine professionelle Installation mit den Smart-Home-Plattformen, die deine Kunden bereits kennen und nutzen. Das Gebäude bleibt auf der Technik aufgebaut, der du vertraust. Die Kundschaft bekommt die Oberfläche, die sie erwartet.

Dieser Unterschied wird immer wichtiger, je stärker Smart-Home-Erwartungen in professionelle Bauprojekte hineinwachsen. Kunden interessiert nicht unbedingt, welches Protokoll ihr Licht steuert. Sie wollen, dass das Licht funktioniert. Und sie erwarten zu Hause zunehmend dieselbe Einfachheit wie bei jedem anderen vernetzten Produkt in ihrem Leben.

Der Bestand ist die Chance

Es geht nicht nur um Neubauten. Es gibt bereits Millionen professionell installierter Gebäudeautomationssysteme in Wohnungen, Büros, Hotels und anderen Gebäuden. Viele davon laufen einwandfrei. Was passiert also, wenn jemand mit einer bestehenden KNX-Installation Apple Home nutzen möchte? Oder Google Home? Oder eine andere Matter-kompatible Plattform?

Die naheliegende Antwort muss nicht sein, die Installation zu ersetzen. Warum eine Infrastruktur ersetzen, die längst funktioniert, wenn du sie verbinden kannst? Genau hier werden Gateways und Bridges interessant.

Sie legen eine Schicht zwischen das professionelle Automationssystem und das Smart-Home-Ökosystem. So kann sich die bestehende Installation weiterentwickeln, ohne bei null anzufangen.

Für Installateure entsteht daraus eine ganz andere Art von Chance. Statt ein System zu ersetzen, verbesserst du seine Bedienung.

Was bedeutet das für Installateure?

Matter macht professionelle Installateure nicht weniger wichtig. Eher im Gegenteil.

Jemand muss weiterhin die Elektroinstallation planen, die richtigen Komponenten auswählen, das System installieren, konfigurieren und dafür sorgen, dass alles zusammenspielt. Aber die Definition einer gelungenen Installation verändert sich.

Es genügt nicht mehr, zu fragen:

Funktioniert das System?

Immer häufiger lautet die Frage:

Funktioniert das System so, wie es die Kundschaft erwartet?

Das heisst: Du musst nicht nur die Gebäudeautomation verstehen, sondern auch die Ökosysteme, die deine Kunden nutzen wollen. Und genau dort wird Interoperabilität wertvoll.

Von professioneller Infrastruktur zum Alltagserlebnis

Atios arbeitet genau an dieser Schnittstelle. Die Idee hinter Produkten wie der KNX Bridge ist einfach: professionelle Gebäudetechnik mit den Smart-Home-Ökosystemen verbinden, die Menschen ohnehin nutzen.

Die KNX Bridge verbindet KNX-Installationen mit Matter und schafft so einen Weg zwischen einem etablierten professionellen Automationssystem und den Smart-Home-Oberflächen von heute.

Das Entscheidende ist nicht die KNX Bridge selbst. Entscheidend ist, was sie ermöglicht. Installateure arbeiten weiter mit professioneller Technik. Planerinnen und Planer spezifizieren weiter die Infrastruktur, die sie kennen. Und die Endkundschaft bekommt obendrauf eine vertraute Oberfläche. Alle bleiben in ihrer eigenen Welt, und die Welten reden endlich miteinander.

Das Gebäude interessiert dein Protokoll nicht

Jahrzehntelang hat die Smart-Building-Branche gefragt: Welches Protokoll? Welches System? Welches Ökosystem? Nutzerinnen und Nutzer stellen diese Fragen nicht. Sie fragen:

Warum kann ich das nicht mit dem Handy steuern?

Und diese Lücke lässt sich immer schwerer ignorieren. Die Technik in einem Gebäude kann unglaublich ausgefeilt sein. Aber wenn man erst verstehen muss, wie das System funktioniert, bevor man es bedienen kann, ist etwas schiefgelaufen. Matter ist interessant, weil es die Perspektive dreht. Es verlangt nicht, alles Bisherige zu ersetzen. Es verlangt, all diese Technik zugänglich zu machen.

Das ist ein starker Wandel.

KNX muss nicht verschwinden. Professionelle Gebäudeautomation muss nicht zu «Consumer-Technik» werden. Aber die Zeiten, in denen sich der Mensch dem Gebäude anpassen musste, gehen zu Ende. Das Gebäude muss sich dem Menschen anpassen.

Und das ist vielleicht das eigentliche Versprechen von Matter.

Deine KNX-Installation wird nicht überflüssig.
Die Bedienoberfläche verändert sich.

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